2009-02-25 BSW-Chronik
1949 – 2009 @ 60 Jahre Eisenbahnerblasorchester Gerstungen

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Infolge des Jubiläums stellen wir Ihnen nun die geschichtliche Entwicklung unseres Orchesters vor. Als im Jahre 1945 das nationalsozialistische Regime in Deutschland zerschlagen worden war, kam auch das kulturelle Leben in Gerstungen zunächst vollkommen zum Erliegen. Erst 1946/47 fanden sich einige Interessengruppen wieder zusammen, um den Sport und das Chorwesen neu zu beleben. In diesem Zusammenhang erinnerte man sich an die verbliebenen Blasinstrumente des ehemaligen Posaunenchores. Mit dem damaligen Pfarrer Rabe wurde man sich schnell einig, den Posaunenchor neu zu gründen. Um die Verteilung der Instrumente vorzunehmen, trafen sich die zukünftigen Mitglieder im Pfarrhaus. Die Instrumente waren durch das lange Lagern sehr mitgenommen und mussten erst bespielbar gemacht werden. Interesse am Musizieren hatten damals auch viele Jugendliche, wie Egbert Trümper, Werner Schwarz, Werner Steinmetz, Willi Köhler, Ullrich Dorn und Karl-Heinz Trümper. Aber auch ältere erfahrene Musiker, wie Richard Schäfer, Gerhard Rudloff, Karl Köhler und Gustav Trompke gesellten sich ein. Später kamen noch Horst Steinmetz, Rudi Fink und Heinrich Margraf hinzu.
Bei der Verteilung der Instrumente hatte leider niemand Interesse an der großen Tuba (Helikon), daher blieb diese zunächst unbesetzt. Getreu dem Motto „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ blieb dem nachträglich eingetroffenen Karl-Heinz Trümper nichts anderes übrig, als dieses Instrument zu übernehmen. So ist er während seines langen Musikerlebens stets der Tuba treu geblieben.
In den Proben wurden nun fleißig Choräle geübt, aber auch ein Walzer, eine Polka oder ein Marsch sollten zum Repertoire gehören. So traf man sich einmal an der Werrabrücke, um auf der Herdaer Straße die Marschmusik mit dem zugehörigen Marschschritt einzustudieren. Plötzlich tauchte ein Jeep mit russischen Soldaten auf, die „Faschisten, nix marschieren!“ riefen. Wir hatten keine andere Wahl, als wieder in die Klassenräume der Volkschule zurückzukehren und dort zwischen den Schulbänken Marschmusik einzuüben.
Im Jahre 1949 sollte zum ersten Mal der Tag des deutschen Eisenbahners begangen werden. Hierfür wünschte sich der damalige Bahnhofsvorsteher Gerstungens, Herr Hüttner, die Übernahme der musikalischen Ausgestaltung durch den Posaunenchor, in dem einige Eisenbahner mitwirkten. Aus verschiedenen Gründen kam es jedoch nicht zu diesem Einsatz und kurzfristig legte Herr Hüttner die Gründung der Reichsbahnkapelle des Bahnhofs Gerstungen fest. Die erforderlichen Instrumente wurden in Klingenthal bestellt und dort von den Musikern auch persönlich abgeholt. So kam es im Juni 1949 zur Gründung der Eisenbahnerkapelle Bahnhof Gerstungen und zum ersten musikalischen Einsatz am Tag des deutschen Eisenbahners 1949. Aber auch das Musizieren im Posaunenchor wurde danach nicht vernachlässigt und noch viele lange Jahre praktiziert.
Aus der Gründerzeit ist noch heute der Musikfreund Heinrich Margraf tätig. Viele Musiker haben seitdem in der Kapelle mitgewirkt, wie Walter Kaufmann, Hermann Trümper, Ernst Hepp, Werner und Horst Steinmetz, Richard Schäfer, Ernst Schweng, Karl-Heinz Trümper, Werner Schwarz, Willi und Karl Köhler, Egbert Trümper, Gerhardt Richter, Herbert Siefert, Ferdinand Stegmann, Rudi Fink, Friedrich Trostmann, um nur einige zu nennen.
Zu den langjährigen Mitgliedern unseres Orchesters zählen heute:
| Stephan Weißenborn 6 Jahre Horst Möller 7 Jahre Michael Schmidt 9 Jahre Gustav Wilhelm 11 Jahre Kurt Rübsam 14 Jahre Heinrich Sebastian 15 Jahre Friedrich Kaiser 24 Jahre Erik Margraf 26 Jahre Bernd Göpel 28 Jahre |
Frank Fink 30 Jahre Roland Korngiebel 31 Jahre Alfred Göpel 36 Jahre Helmut Göpel 36 Jahre Rolf Coijanovic 42 Jahre Hartmut Stunz 44 Jahre Emil Biehl 52 Jahre Heinrich Margraf 60 Jahre. |
Auf ein kürzeres Mitwirken können die Musiker Frank Vogel (4 Jahre), Erich Margraf und Norbert Schäfer (beide 3 Jahre) zurückschauen. In jüngster Zeit verstärkten uns die Musiker Helmut und Alexander Kröcher, sowie Markus Griebel von den Brandenburg-Musikanten aus Lauchröden. An dieser Stelle möchten wir die Einsatzbereitschaft unseres Musikerfreundes Gustav Wilhelms besonders hervorheben, der nie den langen Weg von Waldkappel zu den Proben und Musikeinsätzen gescheut hat.
In dem langjährigen Bestehen der Kapelle kam es oftmals zum Wechsel der musikalischen Leitung, und es musste auch zwischenzeitlich ohne Dirigenten musiziert werden. Als erster musikalischer Leiter fungierte der ausgebildete Musiker Richard Schäfer, ihm folgten Karl Salzmann aus Eisenach, Erich Hüller aus Herda und der zeitweise in Gerstungen wohnende Hans-Peter Burghardt. Ab 1981 übernahm Fritz Trostmann aus Gospenroda die musikalische Leitung, dem wir in Bezug auf die Qualitätsverbesserung sehr viel zu verdanken haben. Heute hat die musikalische Verantwortung Hartmut Stunz aus Gerstungen inne.
Wie bei so vielen Interessengemeinschaften erlebte auch das Eisenbahnerblasorchester Gerstungen in seinem nunmehr 60-jährigen Bestehen viele Höhen und Tiefen und stand aus verschiedenen Gründen schon mehrfach vor der Auflösung. Aber die gute Kameradschaft und die Arbeit der organisatorischen Leiter trugen unter anderem dazu bei, die Kapelle weiterhin am Leben zu erhalten. In den schwierigen Anfangsjahren übernahm Egbert Trümper als erster Leiter die Geschäfte.
Eine der ersten Aufgaben bestand in der Beschaffung von Noten, indem sie entweder aus alten Beständen entnommen wurden oder neu geschrieben werden mussten. Bei öffentlichen Auftritten musste man zudem aufpassen, dass die zu jener Zeit geringen Notenbestände nicht abhanden kamen. Ein weiteres Hindernis stellten auch die damaligen Transportprobleme dar, so dass in vielen Fällen auf das Fahrrad zurückgegriffen wurde. An Verstärkeranlagen war nicht zu denken gewesen, so dass immer mit voller Puste geblasen werden musste.
Einige der Musiker fanden in dieser Zeit auch beruflich den Weg zur Deutschen Reichsbahn, wie Hermann Trümper, Werner Steinmetz, Rudi Fink und Karl Köhler. Fast zehn Jahre fungierte Egbert Trümper als Leiter der Kapelle, hiernach übernahm Rudi Fink dieses Amt. Leider wurde sein erfolgreiches Wirken durch seinen allzu frühen Tod im Jahre 1986 beendet. Als neuer Leiter übernahm Heinrich Margraf die Regie, die er 18 Jahre ausübte.
Mit dem Jahre 2002 wurde der Generationswechsel vollzogen und Bernd Göpel führt seitdem das Amt des 1. Vorsitzenden aus.
Wenn in den Anfangsjahren die Musikqualität noch nicht herausragend war, so konnte sich das Orchester im Klangniveau in den letzten Jahren doch erheblich steigern. Dies führte dazu, dass die jährlichen Auftritte beständig zunahmen. Circa 80-90 Einsätze im Jahr sind für unser Orchester keine Seltenheit, hinzu kommen noch etwa 35-40 Proben.
60 Jahre Eisenbahnerblasorchester Gerstungen
Die Anlässe, bei denen die Kapelle
musikalisch auftritt, sind von verschiedenster Art. Daher folgt nun eine
Aufführung derjenigen Ereignisse, die
für die Chronik unseres Orchesters von besonderer Bedeutung sind.
Das Wirken unseres Orchesters im Rahmen der Deutschen Reichsbahn/ Deutschen Bundesbahn
Zum einen absolvierte das Orchester eine Reihe von Auftritten bei der Deutschen Reichsbahn, später bei der Deutschen Bundesbahn. Neben vielen innerbetrieblichen Veranstaltungen im gesamten Reichsbahndirektionsbezirk Erfurt gab es vor allem folgende Höhepunkte:
60 Jahre Eisenbahnerblasorchester Gerstungen
Das Wirken unseres Orchesters in Gerstungen, im Kreis und im Land
Viele Auftritte absolviert unser Orchester in der Heimatgemeinde Gerstungen und im näheren Umkreis.
Eine Auswahl der mannigfachen Anlässe sei hier aufgeführt:
- das Musizieren auf den Erntedankfesten,
- die kirchlichen Veranstaltungen, Trauerfeiern, Konfirmandenjubiläen, Weihnachtskonzerte in der Kirche, Volkstrauertage,
- das Musizieren unter dem Osterbaum,
- die Einweihung des Spielplatzes am Tümpel 1971 und des Werrastadions 1987,
- die Beteiligung an den Blasmusikfesten der befreundeten Kapellen,
- das Mitwirken an den Karnevalsveranstaltungen,
- die Konzerte im Altersund Pflegeheim,
- die Sängerund Fischerfeste,
- die Brunnenfeste in Gerstungen und Dankmarshausen, die Ziehbrunnenfeste in Neustädt.
- den Konzerten im Rathausgarten,
- den Auftritten zum Sommergewinn in Eisenach und vieles mehr
Auf einige traditionelle Veranstaltungen möchten wir nun etwas näher eingehen:
| 1. |
Besondere Freude bereitete uns das Musizieren zum Tag des Kindes in Gerstungen oder Sallmannshausen. Die Kinder waren begeistert, wenn sie mit bunten Wimpeln und Luftballons durch Gerstungen zogen oder auf dem Pferdewagen von Ernst Koch Platz nehmen konnten. Von diesen Kindertagen sei hier auf folgende zwei Bilder hingewiesen: Zum einen der Auftritt im Schlosshof mit dem kleinen Musiker Erik Margraf, und zum anderen der Umzug in Gerstungen. |
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| 2. |
Während viele Menschen nach einer langen Silvesternacht richtig ausschliefen, machten sich unsere Musiker schon früh auf dem Weg, um das neue Jahr mit einem musikalischen Frühschoppen einzuläuten. Den Neujahrsfrühschoppen führten wir 26 Jahre lang in der ehemaligen Mitropa Gerstungen und nunmehr schon seit 17 Jahren im Gasthaus „Zum Schiff“ in Sallmannshausen durch, der immer gut besucht ist. |
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| 3. |
Gleich mehrere gesellschaftliche Verpflichtungen nahmen wir stets am 1. Mai wahr, so dass es oftmals fast zu einer Strapaze für die Musiker wurde. Los ging es bereits um 8 Uhr in Eisenach, wo man ewig wartete, bis sich der Umzug in Bewegung setzte. Dann hieß es Vorbeimarsch an der Tribüne, zurück zum „Schwarzen Brunnen“, erneutes Einreihen in den Marschblock und wieder vorbei an der Tribüne. Dieser Ablauf, der auch kontrolliert wurde, wiederholte sich schließlich 3 bis 4 mal. Anschließend stand der Bahnhof Eisenach auf dem Programm, wo den diensthabenden Eisenbahnern ein Ständchen gebracht wurde. Danach fuhren wir nach Gerstungen und setzten uns auch dort an die Spitze des Umzuges. Nach Beendigung erholten wir uns kurzzeitig mit einem Getränk, um dann in Neustädt den musikalischen Ausklang vorzunehmen. Zählt man die Auftritte zusammen, kam ein etwa 12 Stunden dauernder musikalischer Einsatz heraus. |
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| 4. |
Schön waren die musikalischen Umrahmungen zu den Ehrentagen in der Ziegelei und Petkus, bei denen immer viele Ehrenständchen verlangt wurden, wie zum Beispiel „Es löscht das Meer die Sonne aus“ für den Betriebsleiter der Ziegelei Herrn Gärtner. |
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| 7. |
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| 8. |
Oftmals traten wir im Gerstunger Schloss auf Einladung des ersten Beigeordneten Herrn Rösing auf. Beispielsweise weihten wir am 22. September 1996 das Bahn-Museum musikalisch mit ein und spielten ebenso bei dem Jubiläum „70 Jahre Heimatmuseum Gerstungen“ auf. Beim 100-jährigen Bestehen des Eisenbahnmuseums Nürnberg kam unser Orchester ebenfalls zum Einsatz. |
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| 9. |
Zur Festigung der Freundschaft zwischen den Partnergemeinden Breitenau/Steiermark und Gerstungen leisteten wir einen wertvollen Beitrag mit Auftritten auf den Weisenbläserfesten, den Harmonikafesten, dem Jubiläum „130 Jahre Musikverein Breitenau“ und „40 Jahre Gasthof Hofbauer“. Umgekehrt zeigten wir auch bei den Besuchen der Breitenauer in Gerstungen unsere Bereitschaft zur musikalischen Umrahmung. |
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| 10. |
1989 war als das Jahr der Wende für alle Menschen ein emotionales Ereignis. Dementsprechend gab es viele Anlässe, bei denen wir musikalisch mitwirkten, wie …
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| 11. |
Nicht nur in Österreich, sondern auch in Gerstungen wurde der Almauftrieb der Weidetiere vorgenommen und so bereicherten wir schon einige Male dieses Ereignis auf dem Borkan musikalisch. Im Übrigen nahm das Eisenbahnerblasorchester bereits bei der Einweihung des Offenstalles im Jahre 1956 schon teil. |
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| 12 |
Einige musikalische Gastspiele gaben wir auch auf der Wartburg. Die Anlässe waren meist Würdigungen von Persönlichkeiten des gesellschaftlichen Lebens. Präsent waren wir des Weiteren bei der Einweihung des Karolinenparkes in Ruhla. |
Liebe Leserinnen und Leser,
mit dieser Chronik wollten wir Sie über die Geschichte und das Wirken des nun mehr seit 60 Jahren bestehenden BSW Eisenbahnerblasorchesters Gerstungen informieren. Wir hoffen, dass wir Ihnen auf diese Weise nahe bringen konnten, wie die Mitglieder des Orchesters ihr musikalisches Leben gestaltet haben. Unser oberstes Anliegen war und wird es stets sein, den Menschen über die Musik Freude zu bereiten.
Lohnen sie dieses Engagement mit einem Besuch der Veranstaltungen zum 60-jährigen Jubiläum des BSW Eisenbahnerblasorchesters Gerstungen am 31. Mai 2009.
Wir hoffen, dass das Orchester noch lange erhalten bleibt und für viele Menschen, Betriebe, Verwaltungen und Vereine weiterhin ein sicherer Ansprechpartner ist.
Der Vorstand des BSW Eisenbahnerblasorchesters Gerstungen
Internet > www.eisenbahnerblasorchester-gerstungen.de
Über die Probenarbeit hat unser ehemaliger Musikfreund Horst Steinmetz folgende Verse verfasst:
Die Probe
Will eine Kapelle klangvoll existieren,
muss sie öfters auch probieren.
So wird es auch bei uns gepflegt
und Orchesterproben festgelegt.
Zwar muss man manchmal rätseln wo und wann,
aber schließlich kommt ein Jeder an.
Die Pünktlichkeit könnt besser sein,
doch wer hat nicht auch zu tun daheim.
Wer da ist schon zur rechten Zeit,
hat für ein Bierchen noch Gelegenheit.
Der Probenraum wird dann hergerichtet,
die Tische zur Seite, auf die wir verzichten.
Schnell wird sich begrüßt und dann ausgepackt,
die Sitzordnung ist klar und für jeden Fakt.
Manch einer hat die ersten Sorgen,
es ist ein Notenständer zu besorgen.
Was nun kommt ist kein Ohrenschmaus,
ein Durcheinander von Tönen, welch ein Graus.
Der Ansatz wird getestet munter,
die Tonleiter rauf und wieder runter.
Nun ist es an der Zeit und im rechten Moment
ergreift die Initiative der Dirigent.
Zum Einblasen wird gefordert das „C“,
der eine muss runter, der andere in die Höh.
Es wird dann an den Instrumenten hantiert,
gedrückt, gezogen und wieder probiert.
Inzwischen war auch der Auftrag erteilt:
„Die Noten herbei und verteilt!“
Doch endlich ist man doch soweit,
voller Konzentration und Aufmerksamkeit.
Aufgeschlagen ist die Nummer zehn,
für den Ansatz müsste das schon geh’n.
Die „Eins“ wird vorgezählt vom Dirigent,
doch der Einsatz wird von den Klarinetten verpennt.
Zum zweiten Mal wird die „Eins“ gezählt
und wieder wird der Einsatz verfehlt,
weil im gleichen Moment die Tür aufgeht
und wieder einer kommt zu spät.
„Lasst ihn erst setzen, er macht gleich mit!“
und macht sich für den Einsatz fit.
Zum dritten Mal ertönt jetzt die „Eins“, jetzt muss es klappen
und keiner ließ sich bei einem Fehler ertappen.
Ja, so muss der Einsatz kommen,
es freut sich jeder ganz benommen.
Selbst der Dirigent jetzt strahlt,
Beharrlichkeit macht sich bezahlt.
Das erste Stück wird über die Runden gebracht,
doch im Trio wurden Fehler gemacht.
Der Dirigent schaut ganz verstohlen,
wir werden das Ganze wiederholen.
Die „Eins“ wird vorgezählt sodann,
doch es kommt nicht bei allen an.
Der Einsatz wird abgerissen,
„ob von vorn“ will keiner wissen.
Dem Dirigenten kommt dies unanständig vor,
wie seinen Frauen im Heimatchor.
Aber jetzt geht’s los, die „Eins“ nun kommt,
doch der Einsatz wurde verpasst ganz prompt.
Das „Halt“ von einem wurde überhört,
das Wasser in seinem Instrument ihn stört.
Es warten nun alle ohne zu blasen,
bis er das Wasser abgelassen.
Endlich wird nun voll eingesetzt,
präzise, harmonisch, dass es fetzt.
Der Schlussakkord wurde auch gebracht
und allen hat es Spaß gemacht.
Die Luft und die Spucke sind verbraucht,
jetzt erst was zu Trinken und eine wird geraucht.
Aber nur in der Pause ist es soweit,
dann steht auch ein Kasten Bier bereit.
Es wird noch etwas Neues einstudiert
und mit den Registern durchprobiert.
Die Pause redlich verdient von jedem
wird vom Dirigenten stattgegeben.
Nach kurzer Labe geht die Probe weiter,
mit vollem Ernst, doch immer heiter.
Die „Eins“ wird oftmals vorgezählt,
auch der Einsatz hin und wieder verfehlt.
Es blieb dann auch nicht aus,
dass die mit einer Konfirmandenblase mussten raus.
Ein zünftiger Witz, auch das muntert auf.
Ja, so nimmt die Probe ihren Verlauf.
Doch im Ergebnis kann man sagen:
Die Proben haben zum Können beigetragen.
Sie werden auch geleitet von Könnerhänden,
ein großes Lob für unseren Meister und Dirigenten!
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